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Uzwil
15.02.2018
05.11.2020 16:38 Uhr

ANWALT VALENTIN LANDMANN REFERIERTE BEI UZWILER ARBEITGEBER-VEREINIGUNG

Anlässlich der traditionellen Aschermittwoch-Veranstaltung der Arbeitgeber-Vereinigung der Region Uzwil war Strafverteidiger Valentin Landmann als Referent geladen. Dafür bot das Customer Center der Bühler AG den idealen Rahmen. Die in grosser Zahl teilnehmenden Unternehmerinnen, Unternehmer und Gäste, welche der Einladung von Präsident Christof Oswald und Vizepräsident Ernst Dobler gefolgt waren, kamen in den Genuss eines spannenden Referats und eines feinen Apéro riche.

Die Erwartungen waren hochgeschraubt und die Teilnehmenden wurden nicht enttäuscht. Rechtsanwalt Dr. Valentin Landmann war den meisten schon ein Begriff, zumal er vor allem durch seine Klienten aus dem Hells Angels- und Rotlicht-Milieu immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte. "Diese Fälle machen zwar nur fünf Prozent meiner Tätigkeit aus, aber sie sind halt medial attraktiv", erläuterte Landmann, der sich auch als Buchautor schon einen guten Namen gemacht hat. Im April darf man ein neues Buch erwarten. Es wird unter dem Titel "Das Gesicht der Wirtschaftskriminalität" beim renommierten Stämpfli Verlag in Bern erscheinen.

Halb Vorlesung - halb Geschichten aus dem Leben

Valentin Landmann vermochte auch das Uzwiler Publikum zu packen. Zum einen waren die gut 90 Minuten eine zusammengefasste Vorlesung in Staats- und Strafrecht, zum anderen bot Landmann mit einer Reihe von "Beispielen" aus dem Fundus seiner reichen Erfahrung sowohl für besseres Verständnis als auch für manchen Lacher aus dem Publikum. Der Schaden durch Wirtschaftskriminalität geht in die Milliarden. Gemäss Landmann steht dabei auf der anderen Seite immer auch ein Gewinner.  Weil auch die Kriminalität wie jeder Markt funktioniere, müsse man die "Kosten" für einen Betrug hoch halten und intern vermeiden, dass Unrecht gerade auch auf Direktionsebene akzeptiert werde. Dies habe in der Regel desaströse Auswirkungen auf die übrigen Mitarbeiter, die sich dann ebenfalls nicht mehr an die Regeln hielten. Deshalb tritt Landmann u.a. auch vehement dafür ein, dass Firmen Unrecht zur Anzeige bringen und nicht aus PR-Gründen darauf verzichten. Sonst werde ähnlichem Verhalten Tür und Tor geöffnet. Bei Diebstahl und Betrug "von aussen" könnten gemäss Landmann viele Fälle vermieden werden, wenn man sich nicht durch zu attraktive Versprechen blenden liesse. Dazu einige Aussagen im Videoclip.

Ineffizienz der Strafverfolgung

Verbesserungspotential sieht Landmann auch bei der Strafverfolgung. Die Ineffizienz der meisten Bundesstaatsanwälte sei ein Problem (200 Fälle von kriminellen Organisationen in Arbeit, erst 1 vor Gericht) und die lange Dauer von der Anzeige bis zum Gerichtstermin (7 bis 8 Jahre keine Ausnahme) hätten bei potentiellen Tätern alles andere als eine präventive Wirkung. Den Schlüssel zum Erfolg sieht Landmann in einer Fokussierung auf das Wesentliche, damit man schnell auf den Kern der Sache komme. Es nütze nichts, wenn Staatsanwälte sich mit der Sammlung von Terabytes von Daten brüsteten, wenn dafür schon mal 60 Jahre gebraucht würden, um diese zu lesen.

Gier und schneller Reichtum

Zudem würde der schnelle Reichtum viele Delinquenten dazu verleiten, Fehler zu machen, die sie dann auch verrieten. Als Beispiel nannte er einen gut funktionierenden Import von Kokain, der in echten Erbsendosen versteckt wurde. Entdeckt wurde die brillante Tarnung, als die Täter zu gierig wurden und die Erbsendosen-Paletten statt langsam via Schiff viel schneller via Flugzeug ins Land bringen wollten. Da fiel den Zollbehörden ins Auge, dass die Transportkosten höher waren als der Wert von Erbsendosen...

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Uzwil24