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Uzwil
16.07.2018
05.11.2020 16:18 Uhr

RAIFFEISENBANK REGIO UZWIL-SEITENWECHSEL MIT ELKUCH EISENRING AG

Bearbeitung von Metallteilen in Latzhosen in einer Werkstatt versus Beratungsgespräche im Anzug: Die Berufsbilder und die damit verbundenen Tätigkeiten könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Rahmen des Ausbildungskonzeptes unter dem Titel «Seitenwechsel» werden die beiden Lernenden Samuel Schenk der Raiffeisenbank Regio Uzwil und Dashmir Iseini der Elkuch Eisenring AG am Ende je eine Woche lang im anderen Betrieb gearbeitet und die Aufgabengebiete kennengelernt haben.

Zwei 18-jährige Männer unterhalten sich in der Schalterhalle in Schwarzenbach. Einer davon ist Samuel Schenk. Nach den Sommerferien beginnt für ihn das dritte Lehrjahr bei der Raiffeisenbank Regio Uzwil. Sein "Gegenspieler" Dashmir Iseini sieht ebenfalls dem dritten Lehrjahr entgegen. Er macht die vierjährige Ausbildung zum Anlagen- und Apparatebauer bei der Firma Elkuch Eisenring AG in Jonschwil.

Die ersten beiden Schulferien-Wochen sind für die beiden sehr speziell. Diese Woche verbrachte Dashmir Iseini eine Woche mit Samuel Schenk in der Raiffeisenbank. Nächste Woche begleitet Samuel den Lernenden der Elkuch Eisenring AG in dessen Lehrbetrieb. Neben anderen Arbeitszeiten und ungewohnter Arbeitskleidung, erledigen beide vor allem unübliche Arbeiten in einem für sie unbekannten Arbeitsumfeld.

Aufgabengebiete überraschten ihn positiv

Anfänglich war Dashmir Iseini nicht so sehr begeistert, als ihn sein Lehrmeister für den Rollentausch anfragte. «Ich stellte mir vor, dass der Banker den ganzen Tag einfach nur vor dem Computer sitzt», erzählt er. Dieses «Absitzen der Arbeitszeit» würde ihn gar nicht reizen. Nach einer gewissen Bedenkzeit liess er schliesslich seine Vorbehalte zurück und sagte zu. «Nun bin ich sehr froh darüber, dass ich mich dafür entschieden habe und diese Erfahrungen machen darf», lässt der Anlagen- und Apparatebauer-Lehrling strahlend verlauten. Unter den Bankangestellten der verschiedenen Abteilungen fände eine rege Interaktion statt. Das gefalle ihm sehr. Auch sei er nach den ersten Tagen in der Bank richtig geschlaucht gewesen. Samuel Schenk ergänzt mit einem verschmitzten Lächeln: «Jetzt siehst du mal, wir sitzen nicht den ganzen Tag nur da.»

Mitte Woche füllte Dashmir Iseini zusammen mit Samuel Schenk den Bankomaten mit Noten nach. «Es war eindrücklich, zu sehen, wie viele Kassetten sich darin befinden und wie alles schön sortiert werden muss, damit das Gerät reibungslos funktioniert.» In den fünf Tagen, die Dashmir Iseini in den Geschäftsstellen in Niederuzwil und Oberbüren verbrachte, wurden ihm Einblicke in alle Abteilungen gewährt. «Ausserdem durfte ich bei einem Beratungsgespräch mit einer Kundin dabei sein. Sie eröffnete ein Konto», lässt er stolz verlauten. Selbstverständlich erhielt er auch Einführungen in Themen wie Marketing, Geldwäscherei-Prävention und Bankkundengeheimnis.

Zusammengefasst fiel das Fazit von Dashmir Iseini gut aus. Es habe ihm besser gefallen, als er erwartet hätte. Aber auch wenn im Büro ebenfalls viele interessante Arbeiten anfallen, glaube er, dass er den richtigen beruflichen Weg gewählt habe.

Nächste Woche ist der Banker an der Werkbank

Nächste Woche ist Samuel Schenk an der Reihe und wird Dashmir Iseini in seinem Lehrbetrieb begleiten. Ihm blühen kräftezehrende Arbeiten und tagelanges Stehen. Er meint dazu: «Ich habe grossen Respekt vor dieser Arbeit. Aber irgendwie werde ich das schon hinkriegen. Ich stelle mich auf jeden Fall schon mal auf etwas Muskelkater ein», ergänzt er schmunzelnd.

Erweiterung der KV-Ausbildung

Die KV-Ausbildung wurde bei der Raiffeisenbank Regio Uzwil 2015 mit dem «Seitenwechsel» erweitert. Dabei profitieren die Lernenden von Aktivitäten ausserhalb des eigenen Betriebs und des standardmässigen Schulunterrichts. Während einer Woche kommt ein Lernender eines fremden Betriebs zur Bank, die Woche darauf leistet dieser einen Einsatz im anderen Unternehmen. «Diese besonderen Erfahrungen öffnen den Horizont, fördern das unternehmerische Denken und steigern das Verantwortungsbewusstsein», ist Sabine Willi, Berufsbildnerin der Bank, überzeugt. Die Umsetzung des Konzeptes erfolgt in diesem Jahr wiederum in einem neuen Bereich. Nach vorgängigen «Seitenwechseln» in andere Sprachräume (Westschweiz), andere Länder (Vorarlberg, Österreich), andere Arbeitsformen (Soziale Arbeit im Buecherwäldli) und in andere Branchen (Gastronomie, Hotel Uzwil) sowie Bau (Brühwiler Bauunternehmung AG) stand diesmal ein Austausch mit einem Unternehmen aus dem Maschinenbereich auf dem Programm. Womöglich wird das Projekt auf je zwei Lehrlinge ausgebaut, die miteinander die Rollen tauschen.