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28.02.2020
05.11.2020 15:01 Uhr

UZWIL STELLT WEICHE FÜR ABSTIMMUNG ÜBER "UZEHALLE"-KREDIT

Am 17. Mai 2020 entscheidet Uzwils Bürgerschaft an der Urne über einen Kredit von 5,78 Mio. Franken, um die Kunsteisbahn «Uzehalle» zu sanieren. Hauptsächlich Fassaden und Dach werden erneuert; auf dem Dach gibt es eine grossflächige Photovoltaikanlage.

(Gemeinde Uzwil)

Seit 1959 gibts die Kunsteisbahn an der Sportstrasse. Damals als offenes Eisfeld gebaut und betrieben von der Sportplatz Uzwil AG, einem Gemeinschaftswerk von Industrie, Gemeinde, Dorfkorporationen, Gaswerk und Privatpersonen. Die Anlage hatte Pioniercharakter, sie war die erste Kunsteisbahn der Ostschweiz. Dass sie in Uzwil entstand, war kein Zufall. Schon damals schaute Uzwil auf eine langjährige Eishockey- und Eislauftradition zurück. 1985 wurde das offene Eisfeld überdacht. 1998 investierte die Gemeinde viel Geld in die Anlage. Sie erhielt eine neue, isolierte Eispiste, die Kälteanlage wurde erneuert und mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Unter der Stehrampe entstand ein neuer Garderobentrakt. Die damals neue Zu- und Abluftanlage eliminierte die vorher starke Kondenswasserbildung in der Halle.

Ausgelasteter Betrieb

Die Uzehalle ist von Mitte September bis Ende März in Betrieb und ab Oktober täglich voll ausgelastet. Die Belegung beginnt um 07.30 Uhr und endet um 22.30 Uhr. Trainings beginnen aus Platzgründen teils morgens um 6 Uhr. Die Eishalle wird hauptsächlich vom Eishockeyclub Uzwil und vom Eisclub Uzwil genutzt. Zusammen belegen die Vereine etwa 60 Prozent der verfügbaren Zeiten. Der Öffentlichkeit steht die Eishalle während des allgemeinen Eislaufs zur Verfügung. Er macht rund 30 Prozent der verfügbaren Zeiten aus. Jährlich nutzen etwa 12‘000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Zeiten des allgemeinen Eislaufs. Die restlichen Zeiten wird die Freizeitinfrastruktur von verschiedenen Schulen belegt. Die Kunsteisbahn bietet so einer grossen Zahl von Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, gerade auch in schneearmen Wintern. Im Sommerhalbjahr beherbergt die Uzehalle immer wieder Grossveranstaltungen.

Sorge getragen

Die Gemeinde hat der Anlage Sorge getragen und sie à jour gehalten. Die Tragkonstruktion der Halle ist intakt, sie hat – auch dank grosser Investitionen vor gut 20 Jahren – noch eine längere Lebensdauer vor sich. Auch die ganze Kältetechnik hat noch einige Jahre Lebensdauer vor sich. Nicht so die Fassade. Die 35-jährigen Fassadenelemente sind brüchig und am Ende der Lebensdauer. Und die Halle hat Handlungsbedarf, den Energieverbrauch zu reduzieren.

Sanierung konkret

Von April bis September 2021 soll die Uzehalle saniert werden. Es entsteht eine dreifach verglaste, luftdichte und wärmegedämmte Fassade, welche den Energieverbrauch für die Kühlung der Eisfläche markant senkt. Sie ist langlebig und unterhaltsarm. Die heute geschlossene Fassade zum südlich vorgelagerten Sportplatz erhält eine neue, grossflächige Fluchttüre. Zusätzlich werden zwei Elemente der Südfassade durch Sektionaltore ersetzt. Durch diese Verbindung zum Umgelände wird die Halleninfrastruktur bei Grossveranstaltungen einfacher nutzbar. Das Dach erhält einen neuen Aufbau und es wird gedämmt. Innen erhält das Dach einen Kältestrahlungs-Schutz. Dieses Element reduziert den Energiebedarf für die Eiserzeugung. Die ganze Südseite des Daches wird mit einer grossflächigen Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Sie wird einerseits Eishalle und Curlinghalle, anderseits in der Sommernutzung das Schwimmbad mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Leuchten über Eisfeld und Tribüne werden durch eine zeitgemässe energieeffiziente LED-Beleuchtung ersetzt, die veralteten starren Banden werden durch ein Sicherheitsbanden-System ersetzt. Das reduziert das Verletzungsrisiko im Eissport. Die Garderobe des allgemeinen Eislaufs erhält neu eine Dusche, damit sie auch für den Vereinssport als vollwertige Garderobe genutzt werden kann. Das vermindert Engpässe. Weitere geringfügige Anpassungen werden mit der Sanierung miterledigt.

Enormes Volumen

Das Gebäudevolumen der Eishalle beträgt über 40‘000 Kubikmeter. Ihr Volumen ist damit grösser etwa als jenes eines benachbarten Hochhauses der Bühler AG. Entsprechend schlägt sich auch die Gebäudehülle der Eishalle in grossen Dimensionen nieder. So haben die Fassaden zusammen eine Fläche von über 1‘700 Quadratmetern, allein das Dach hat mehr als 4‘000 Quadratmeter. Weil die Anlage gut ins Gelände eingebettet ist, fallen diese Dimensionen weniger auf. Ausser bei den Kosten. Dort machen sich die grossen Dimensionen natürlich bemerkbar. So entfallen fast 4,5 Mio. Franken der Sanierungskosten auf die Gebäudehülle.

Finanzierung gesichert

Die Investition wird, wie schon längere Zeit im Investitionsplan angekündigt, zulasten der Spezialfinanzierung Energie finanziert. Heisst: Die Investition wird entsprechend ihrer Lebensdauer abgeschrieben, die jährlichen Abschreibungsquoten gehen zulasten der Spezialfinanzierung Energie und belasten entsprechend den allgemeinen Gemeindehaushalt und den Steuerfuss nicht. Aus der Spezialfinanzierung Energie können Vorhaben der Gemeinde auf dem Weg zur Energiewende finanziert werden.

Energie

Eishallen sind energieintensive Einrichtungen. Die Verantwortung gebietet, Eishallen so auszurüsten und zu betreiben, dass ihr Energieverbrauch möglichst tief gehalten wird. Gemeindepräsident Lucas Keel: «Mit der Sanierung kann der Energiebedarf markant und auf ein Niveau reduziert werden, das der ökologischen Verantwortung gerecht wird, ohne grad päbstlich sein zu wollen.» Mehr rund um die energetischen Aspekte der Sanierung im nächsten Uzwiler Blatt.

Philosophie der kontinuierlichen Instandhaltung

Der Seitenblick auf andere Gemeinden und Städte lässt vereinfacht gesagt zwei Philosophien im Umgang mit Infrastrukturen ausmachen: Bauen, Unterhalt minimieren, abbrechen, neu bauen. Anderseits bauen, durch regelmässigen Werterhalt die Gebrauchsfähigkeit und Lebensdauer hochhalten. Uzwils Philosophie des stetigen Werterhalts der Infrastruktur ist über die Lebensdauer betrachtet nachhaltiger und finanziell günstiger. Sie führt dazu, dass Anlagen praktisch nie total am Ende der Lebensdauer und vollständig zu ersetzen sind. Das bedeutet, dass bei Teilsanierungen aktueller Handlungsbedarf abgedeckt wird. Nach solchen Sanierungen sind nicht alle Anlageteile neu, entsprechend stehen auch weiterhin in zeitlichen Abständen Teilerneuerungen an.

Uzwil24