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Oberbüren
25.11.2021

Die Thur erstrahlte im Kerzenlicht

Bild: Primarschule Oberbüren-Sonnental
Das Lichterschwemmen ist ein alter Brauch, der in der Ostschweiz teilweise noch lebendig geblieben ist. Sein Ursprung ist unklar, reicht aber wahrscheinlich in die vorchristliche Zeit zurück. Das Oberbürer Lichterschwemmen findet seit 1981 jeweils am 16. November, am Otmarstag, statt.

 

In Sonnental führen die Lehrpersonen diesen Brauch seit 18 Jahren durch. Die Lichtbräuche am Otmarstag erinnern an die Legende des heiligen Otmars, wonach bei der Überführung von Otmars Leichnam über den Bodensee die Kerzen trotz Sturm und Regen nicht erloschen.

Anfangs November sammelten die Kinder der Mittelstufe am Thurufer Schwemmholz und Naturmaterialien. Mit Holzzapfen, Schnüren oder Leim bauten sie ihre einfachen Schiffe und Flosse zusammen, verzierten sie und befestigen Kerzen darauf. Manche Schiffe tragen versteckte Zettel mit geheimen Wünschen. In der gleichen Zeit bastelten die jüngeren Kinder Kerzenlaternen oder schnitzten Räbenlichter, welche das eigentliche Lichterschwemmen umrahmen.

Am Otmarstag zogen die Kinder nach dem Einnachten mit den Laternen, Räbenlichtern und Schiffen zur Thur. Bei der Billwilerbrücke überliessen sie ihre Lichterschiffe der Strömung. Die vielen Lichter spiegelten sich auf dem Wasser und vielleicht auch in den Herzen der Kinder und Zuschauer. Auf magische Weise vereinten sich die gegensätzlichen Elemente Wasser und Feuer.

 

 

Schulleitung Primarschule Oberbüren-Sonnental