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Kanton SG
17.07.2021
20.07.2021 08:41 Uhr

Dr. Gut: "Folgen des Klimawahns"

Dr. Philipp Gut: «EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drückte es mit der ganzen autoritären Arroganz aus, die sie auszeichnet.» Bild: zvg
Die EU will Autos mit Benzin- und Dieselantrieb verbieten. Die Stadt Zürich plant flächendeckend Tempo 30. Der links-grüne Extremismus ist zum Mainstream geworden.

Man glaubte sich verhört zu haben: Die EU wolle Autos mit Benzin- und Dieselantrieb verbieten, melden die Medien in diesen Tagen. Eine Bombe auf Lokalniveau zündete derweil die Stadt Zürich: Sie will praktisch flächendeckend Tempo 30 einführen, auch auf Hauptstrassen.

Es sind unglaublich scheinende Nachrichten, aber den Absendern ist es ernst damit. Kein verspäteter Aprilscherz, nein – willkommen in der schönen neuen Welt des grüngestrichenen Bevormundungsstaats!

Frau von der Leyen «möchte nicht»

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drückte es mit der ganzen autoritären Arroganz aus, die sie auszeichnet: Sie «möchte nicht», meinte sie, dass es nach 2035 noch Benzin- und Dieselfahrzeuge auf Europas Strassen gebe.

Wo bleibt der Aufschrei der Bürgerinnen und Bürger? Wo sind die kritischen Medien, die solche Allmachtallüren der Politiker zurückweisen?

Verrohung des politischen Denkens

Der Vorgang zeugt von der Verrohung des politischen Denkens und Handelns unter dem Vorwand des angeblich Guten. Wer will schon nicht die Welt retten?

Nur: Wer ehrlich ist, weiss ganz genau, dass das Klima ein viel zu komplexes Phänomen ist, als dass wir verlässlich voraussagen könnten, wie warm oder kalt es in 30 Jahren sein wird. Ebenso schwierig ist es, einzelne Einflussfaktoren wie den CO2-Ausstoss von Fahrzeugen auf das Weltklima zu bestimmen.

Traum der Autogegner und Klima-Alarmisten

Aber darüber reden wir schon gar nicht mehr. Die Dauerpropaganda der letzten Jahre zeitigt Wirkung, die Kritiker sind eingeschüchtert. Die Klimapolitik ist zum bürokratischen Selbstläufer geworden. Grundsätzliche Fragen zu Sinn und Unsinn der brutalen Massnahmen werden gar nicht mehr gestellt.

Das Beispiel von der Leyens und der Verkehrspolitik der grössten Schweizer Stadt zeigt: Die links-grünen Extremforderungen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Wovon die radikalen Autogegner und Klima-Alarmisten träumten, ist heute Mainstream geworden.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 14 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Seine Meinung muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.
Philipp Gut ist Historiker, Bestsellerautor («Jahrhundertzeuge Ben Ferencz») und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Uzwil24