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Kultur
12.04.2021

Niederbüren ist eine Reise wert

Die bewährten Fürer Jo und Deus präsentierten sich musikalisch. Bild: Vroni Krucker
Coronaconform fand die GV des Vereins Rock- und Pop-Museum Niederbüren per Livestream statt. Etwa 200 der 530 Vereinsmitglieder verfolgten den Anlass, bei dem Präsident Roland Tschiibii Grossenbacher wiederum nur Positives zu berichten wusste. Trotz Corona stimmen auch die Finanzen.

Nach der musikalischen Eröffnung durch die bewährten Museumsführer Jo und Deus begrüsste der Präsident die unsichtbaren Gäste und entschuldigte drei Vorstandsmitglieder. Einen speziellen Gruss mit den besten Genesungswünschen schickte er ins Paraplegikerzentrum Nottwil an Marc Roth. Ein weiterer Gruss ging nach Teneriffa zu Toni und Ruthli Vescoli. Er ist Pate des Museums und ein grosser Fan. Zusammen mit den «Sauterelles» prägte er im Juli 2013 die Eröffnungsfeier. Seit dem 1.1.2021 ist das Museum Mitglied des Vereins ThurKultur. Ob die vorgesehenen Veranstaltungen stattfinden können, steht noch in den Sternen.

Roland Tschiibii Grossenbacher, Gründer des Museums und Vereinspräsident. Bild: Vroni Krucker

Weltweit Ausstrahlung

Tschiibii wurde vom Reisejournalisten Daniel Schütz in der Radiosendung «Morgenstund hat Gold im Mund» erwähnt und war einer der Gäste im sonntäglichen «Persönlich» aus Romanshorn. Die Gäste kommen aus aller Welt, geniessen eine spannende Führung und staunen über das enorme Musikwissen des Leiters.  Die Homepage hat über 25’000 Nutzer aus 6 Kontinenten, 81 Ländern und 1386 kleinen und grossen Ortschaften sowie 425 Einträge im Gästebuch der Homepage. Auf Google findet man 91 Rezensionen. Gute Werbung war der Bericht «Das Rock’n’Roller-Paradies» vom Journalisten Michel Fuchs-Gamböck im Magazin «Good Times». Fan der ersten Stunde ist eine Gruppe aus Fürstenfeldbruck, mit denen sich eine intensive Freundschaft entwickelt hat. Viel Prominenz machte dem Museum einen Besuch, darunter Pino Gasparini, Karin Keller-Sutter, Pepe Lienhard, Muggi Hungerbühler und viele mehr. Auch der 81-jährige Peter Kraus kam vorbei, war begeistert und sang aus vollem Hals mit, als er sich im Video sah.

Auch Peter Kraus gab sich die Ehre. Bild: Vroni Krucker

Jahresbericht

Seit der Eröffnung bestaunten 1622 Gruppen das Museum. Mit aussagekräftigen Bildern blickte Tschiibii auf das vergangene, schwierige Jahr zurück, aus dem er das Beste gemacht hat. 142 Gruppenführungen fanden statt, 125 wurden abgesagt, viele stehen noch an. Trotz allem konnte der Kassier Michael Huber einen hervorragenden Jahresabschluss präsentieren. Das erfreulich grosse Eigenkapital soll einst dazu dienen, die ganze Sammlung an Unterschriften, Awards etc. von den Tschiibii’s in den Verein zu überführen. Der spezielle Dank des Kassiers ging an den engagierten Tschiibii und seine nimmermüde Gattin Uschy. «Ohne Uschy kein Museum, sie hätte einen Oscar verdient» sagt ihr Gatte. Ihm liegen die jungen Leute besonders am Herzen. Ihnen kann er sehr vieles aus der Musikgeschichte mitgeben und auch sonst interessante Gespräche führen, was sich besonders zeigte beim beeindruckenden Konzert der Kantischüler aus Wil mit ihrem genialen Musiklehrer Oliver Benz.

Es herrscht immer ein guter Geist im Museum

BesucherInnen bringen oft begehrte Geschenke mit. Vom Fotografen Serge Panoff, der viele Weltstars vor der Kamera hatte, kamen 16 tolle Bilder. Postauto Ostschweiz brachte St. Galler Biber und Hampi Pfändler einen Award der Beach Boys. Jürg Caluori überraschte mit einem 35 kg schweren Buch mit Bildern der Rolling Stones und Vorwort von Bill Clinton. Die  Raiffeisenbank Region Uzwil übergab ebenfalls einen kostbaren Award von den Rolling Stones. Wenn Marco Zappa vorbeischaut, gibt es jeweils ein spontanes Konzert - zur grossen Freude der Anwesenden. Aus dem Schwarzwald fand eine abspielbare Schoggi-LP mit dem Badenerlied den Weg nach Niederbüren. Roli Geiger von der Firma Computer Fritz aus Bischofszell schenkte einen virtuellen Museumsrundgang.

Marco Zappa, der 2019 den Schweizerischen Musikpreis erhalten hat Bild: Vroni Krucker

Leckerbissen

Ein absoluter Meilenstein war 1972, die goldene Schallplatte von Procol Harum, auf der Rock und Klassik einigermassen zusammenpassen. Die Goldene ist ebenso im Rockmuseum wie der samtene Frack vom Pianisten Gary Brooker. Carol Fisher entdeckte ihn auf dem virtuellen Rundgang und ist der Meinung, dieser gehöre eher nach London ins Victoria Albert Museum statt nach Niederbüren. Tschiibii betonte aber, dass er in Niederbüren am richtigen Ort sei.  Eine Erlebniswelt der besonderen Art ist der autobau Romanshorn, betrieben von Fredy Lienhard Junior. «Wir sind als Partnermuseum erwählt worden und haben einen Extra-Museums-Corner freute sich der dankbare Tschiibii.

Pepe Lienhard war begeistert. Bild: Vroni Krucker

Zukunft

Vorstandsmitglied Severo Marchionne (54) wird an der GV 2023 als neuer Präsident vorgeschlagen. Geboren in den Abruzzen, inmitten von Reben und Olivenbäumen, zog er als  Kind mit den Eltern in die Schweiz nach Flurlingen. Musik bedeutet ihm alles. Er ist gelernter Radio/TV-Elektriker, wechselte dann zur Informatik, war später aktiv bei Radio Munot und ist seit 11 Jahren Musikredaktor bei Radio Swiss Pop Music, er hatte also sein Hobby zum Beruf gemacht. Vor zwei Jahren kam er ins Museum und es fuhr wie ein Blitz ein: «das ist meine Welt». Tschibii, Uschy und der Vorstand sind überzeugt, dass mit ihm genau der richtige Mann an die Vereinsspitze kommt.

Severo Marchionne, künftiger Präsident. Bild: Vroni Krucker

Der Verein konnte auf dem gleichen Stock eine grosse Dreizimmerwohnung räumen für eine allfällige Erweiterung. Solange der Raum nicht genutzt wird, fallen keine Mietkosten an. Dafür geht ein grosses Dankeschön an die Firma Alurex Soleda AG. Mit musikalischen Klängen von Jo und Deus endete die GV 2021.

Vroni Krucker