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Zuzwil
31.03.2021
31.03.2021 13:53 Uhr

Naturschutz pflanzte eine Hecke im Zuzwiler Riet

Der moorige Boden ermöglichte einen zügigen Fortschritt der Pflanzaktion. Bild: Ernst Inauen
Im Rahmen des Aufwertungs- und Pflegekonzepts Zuzwiler Riet leistete der Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil kürzlich mit einer Heckenpflanzung im östlichen Bereich des Riets einen wertvollen Einsatz für die Erhaltung und Förderung der Tier- und Pflanzenvielfalt.

Ernst Inauen

Der 1995 gegründete Naturschutzverein Niederhelfenschwil-Zuzwil beteiligt sich seit etlichen Jahren an den nachhaltigen Pflegemassnahmen im Zuzwiler Riet, das als ein national bedeutendes Flachmoor und Amphibienlaichgebiet gilt. Das aktuelle Aufwertungs- und Pflegeprojekt, welches von der Degersheimer Firma GeOs GmbH entwickelt wurde, erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren (2019 – 2023). Es umfasst drei Hauptziele: Die Erhaltung des Lungenenzians und des seltenen Lungenenzian-Ameisenbläulings, die Förderung der Amphibienvorkommen, speziell des Laubfroschs, und die Erhaltung der Moorvegetation. Die Kosten werden zu 90 Prozent vom Kanton und zu 10 Prozent von der Gemeinde Zuzwil getragen. Schon 2008 nahmen freiwillige Helferinnen und Helfer des Naturschutzvereins neue Heckenpflanzungen vor. Ein Jahr später machten sich rund 50 Naturschützer im Rietgelände auf die Suche nach dem Lungenenzian, der als Wirtspflanze des vom Aussterben bedrohten „Kleinen Moorbläulings“ gilt. Die entdeckten Standorte wurden mit GPS erfasst und kartographiert. In den folgenden Jahren wurde die Erfassung und Standortbestimmung wiederholt und aktualisiert.

  • Nach einem Rundgang um die sanierten Weiher führte der verantwortliche GeOs-Planer André Matjaz die Arbeitsgruppe zum Pflanzplatz im Ostriet. Bild: Ernst Inauen
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  • André Matjaz informierte das freiwillige Helferteam über den Sinn und den Ablauf der Pflanzaktion. Bild: Ernst Inauen
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  • An den markierten Stellen der neuen Hecke gruben die einsatzfreudigen Naturschützer die Pflanzlöcher aus. Bild: Ernst Inauen
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Auch ein Moor muss gepflegt werden

Peter Siegrist, Heckenmeister des Naturschutzvereins Niederhelfenschwil-Zuzwil organisierte kürzlich eine Pflanzaktion, bei der im südöstlichen Teil des Ostriets mit einer neuen Hecke eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht und gefördert werden soll. Der Agrarwissenschafter und Oekologe André Matjaz, Geschäftsführer der GeSo GmbH leitete und begleitete die Aktion persönlich. Er stellte ein vielfältiges Sortiment von fünfzehn geeigneten Straucharten zusammen und beschaffte die entsprechenden Jungpflanzen. Insgesamt wurden über 120 Sträucher und Strauchpflanzen sowie einige Weidenstecklinge und eine junge Eiche ausgesucht und angeliefert. Mehr als ein Dutzend Helferinnen und Helfer traten an einem kühlen Vormittag zur Heckenpflanzaktion im östlichen Riet an. André Matjaz führte sie um die bereits sanierten oder neu angelegten Weiher und erklärte deren Bedeutung für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Damit würden auch die Amphibienvorkommen gefördert und die Wasserhaushaltsituation verbessert. Im Vorfeld wurden verschiedene Strauchgruppe gelichtet und das unpassende Pappelwäldchen am Rande des Moores abgeholzt, um der drohenden Verlandung entgegenzuwirken.

  • Im Rahmen des Aufwertungs- und Pflegekonzepts wurden verlandete Weiher ausgebaggert und neue angelegt. Bild: Ernst Inauen
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  • Ein neu erstellter Folienteich soll Laubfröschen einen geeigneten Lebensraum bieten. Bild: Ernst Inauen
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Gelungene Pflanzaktion

Der Oekologe André Matjaz legte den Pflanzplan bereits vor dem Eintreffen des Helferteams fest. Er steckte an den vorgesehenen Pflanzstellen Holzstäbe ein, die er mit Namenszettel der geplanten Sträucher versah. So konnten die Trupps die entsprechenden Jungpflanzen aussuchen und einsetzen. Das Ausheben der Pflanzlöcher bereitete im moorigen Boden keine Mühe, sodass die Arbeit zügig voranging. In kurzen Abständen wurden die Pflanzen paarweise mit sinnvoller Abwechslung eingesetzt. Neben Rosengewächsen kamen auch dornige, blumige  oder Beeren tragende Sträucher zum Einsatz. Nach beendeter Arbeit zog sich das Team an den Ausgangsort bei der Feldhütte zurück, wo der Heckenmeister Peter Siegrist auf einem mobilen Grill feine Bratwürste röstete und allen Teilnehmenden anbot. Bei dieser lockeren Zusammenkunft gab es genügend Gesprächsstoff.

Nach beendeter Arbeit tauschten sich Hansruedi Baur (Präsident des Naturschutzvereins), André Matjaz (Oekologe von der GeOs GmbH) und Iso Karrer (Präsident der Bürgerkorporation Zuzwil) aus. Bild: Ernst Inauen

Die ausgewählten Pflanzenarten


Anzahl  Art                                                    Anzahl  Art

2           Vogelbeeren                                     1            Stieleiche

10          Hundsrose                                       10          Kriechrose/Feldrose

10          Heckenrose                                     10          Schwarzdorn

10          Weissdorn                                        10         Schwarzer Holunder

10          Heckenkirsche/Geissblatt                10          Pfaffenhütchen

10          Gemeiner Schneeball                      10          Wolliger Schneeball

10          Kreuzdorn (Rhamnus c.)                 10          Gemeiner Liguster

Ausserdem einige Weidenstecklinge

Beim Zugang zum Zuzwiler Riet stellte die Gemeinde zwei neue Informationstafeln auf. Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen