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Kultur
11.04.2021
11.04.2021 08:09 Uhr

"Entweihung" oder "Kommunikationmittel der Neuzeit"

Christkönigskirche Niederuzwil: Äusserlich wäre eine 5G-Antenne nicht ersichtlich. Bild: Archiv uzwil24.ch
Die Kath.Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil führt ihre Rechnungsgemeinde am 12. April 2021 (19:30 Uhr) in der Kirche Henau durch. Zu Diskussionen Anlass geben dürfte die Konsultativabstimmung über mögliche 5G-Antennen in den Kirchtürmen und auf Pfarreiheimen in Niederuzwil und Henau.

Für die Teilnahme gelten die Corona Schutzmassnahmen: Maskenpflicht und Einhaltung des Abstand von 1,5 m.

Jahresbericht 2020 Kath. Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil

Traktanden

1. Vorlage der Jahresrechnung der Kirchgemeinde des Jahres 2020 samt Amtsbericht und Bericht der Geschäftsprüfungskommission und Information zur Jahresrechnung des Zweckverbands der Kirchgemeinden in der Seelsorgeeinheit Uzwil & Umgebung des Jahres 2020 samt Amtsbericht und Bericht der Geschäftsprüfungskommission

2. Vorlage von Budget und Steuerplan für das Jahr 2021

3. Ersatzwahl in die Geschäftsprüfungskommission (GPK)

4. Verabschiedung der Ende 2019 zurückgetretenen Amtsträger*innen

5. Informationen zum Projekt «Sanierung Kirche Niederuzwil»

6. Konsultativ-Umfrage zum Thema «Mobilfunkantennen auf / in Gebäuden der Kirchgemeinde»

7. Allgemeine Umfrage

Konsultativabstimmung

«Mobilfunkantennen in / bei Gebäuden der Kirchgemeinde» (z.B. Kirchturm, Pfarreiheime)

Der Kirchenverwaltungsrat wurde im Jahr 2020 angefragt für die Vermietung von Mobilfunkantennenstandorte für die 5G-Technologie in den Kirchen Niederuzwil und Henau. Diese Anfragen hat er vorderhand abgelehnt.

Der Entscheid über dieses Geschäft liegt gemäss unserer Kirchgemeindeordnung in der Kompetenz des Kirchenverwaltungsrates. Da dem Kirchenverwaltungsrat aber bewusst ist, dass das Thema «Mobilfunkantennen» die Gemüter bewegen kann,
will er einen künftigen Entscheid nicht losgelöst von der Meinung der Kirchbürgerinnen und Kirchbürger treffen. Diese Meinung will er mittels einer Konsultativ-Umfrage kennen lernen.

Argumente aus Sicht des Kirchenverwaltungsrates:

» Als Kirche nutzen wir die aktuellen Mobilfunk- und Datenübertragungstechnologien selbst auch. Ohne sie könnten wir unsere Arbeit und Kommunikation nicht mehr zeitgemäss und den Erwartungen der Kirchbürger entsprechend ausführen.

» Die Vermietung von Standorten würde uns Mietzinseinnahmen von jährlich CHF 20’000.– ermöglichen und so helfen, wegfallende Einnahmen in anderen Bereichen (z.B. Kirchensteuern) zu kompensieren.

» Die Auswirkungen der Strahlung auf die Gesundheit von Lebewesen sind zu wenig erforscht. Dies erschwert die Entscheidungsfindung und kann zu emotionalen Diskussionen führen und das Verhältnis der Menschen zu unserer Kirche belasten.

» Der Bund (UVEK) hat am 23. Februar eine Vollzugshilfe für die Kantone und Gemeinden herausgegeben für die Bewilligung solcher adaptiven 5G-Antennen. Darin wird sichergestellt, dass die heutigen Grenzwerte für Mobilfunkanlagen eingehalten werden. Details dazu finden Sie hier.

Konsultativ-Frage
» Akzeptieren Sie die Vermietung von Standorten für 5G-Mobilfunkantennen in/bei Gebäuden der Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil (z.B. Kirchturm, Pfarreiheime)?

Kommentar: Das Thema 5G-Antennen wirft in vielen Gemeinden hohe Wellen

(Jürg Grau) Die Nachfrage nach schnellem Internet ist hoch. Deshalb sind die Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt auf der Suche nach neuen Standorten für Mobilfunkanlagen. Solche Anfragen gelangen auch an Kirchgemeinden, da Kirchtürme aus technischer Sicht ideale Antennenstandorte sind. Gesamtschweizerisch befinden sich aktuell (2020, Quelle: Horizonte) rund 80 Antennen in Kirchtürmen. Bezahlt wird jährlich 7'000 bis 8000 Franken pro Standort.

Klar, dass diese Anfragen für Kirchverwaltungsräte bedeuten, sich einer emotional geführten Debatte auszusetzen, die medizinische, ethische und spirituelle Fragen betrifft. 

Da die Meinungen stark auseinander gehen, stellt sich die Frage nach den Prioritäten. Setzt man den Pfarreifrieden aufs Spiel? Ist dies nicht ein zu hoher Preis für ultraschnelles Internet und zusätzliche Einnahmen?

In diesem Umfeld scheint eine Konsultativabstimmung der richtige Weg.

pd / jg