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Kanton SG
27.01.2021
28.01.2021 09:38 Uhr

Werden unsichere Corona-Dokumente verschickt?

Das St.Galler Zentrum für Labormedizin soll Corona-Resultate und Quarantäne-Verordnungen als ungeschützte PDFs verschicken. Die FDP St.Gallen ist entsetzt.

Wer mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatte, muss in der Regel für zehn Tage in Quarantäne. Diese Anordnung wird in St.Gallen genau wie PCR-Resultate durch das Kantonsarztamt oder das Zentrum für Labormedizin per Mail als PDF verschickt. 

Leicht zu reproduzieren

Uzwil24 liegen zwei solche PDFs vor. Die Anordnung zur Quarantäne umfasst drei Seiten mit Hinweisen und Links zu häufig gestellten Fragen. Unterschrieben ist das Dokument von Kantonsärztin Dr. med. Danuta Zemp. Diese Dateien sind besonders wichtig, um sie dem Arbeitgeber vorweisen zu können.

So weit, so gut. Allerdings bemängelt die FDP-Fraktion des Kantons, dass dadurch eben auch der Stempel bzw. die Signatur der Kantonsärzin ungeschützt und damit frei verfügbar seien. Denn die Dokumente werden offenbar in einer nicht fälschungssicheren PDF-Version verschickt. Für die elektronische Signierung bzw. Archivierung gibt es einen ISO-Standard. Um diesem gerecht zu werden, sollte ein amtliches Dokument als PDF/A abgespeichert werden. 

«Technologien aus der Steinzeit»

Resultat-Bescheide und Quarantäne-Verordnungen wären damit also nach Belieben reproduzier- und änderbar. «Sollte beides zutreffen, ist offensichtlich, dass der Kanton den elektronischen Dokumentenverkehr in diesem Bereich nicht im Griff hat und auf EDV-steinzeitliche Technologien zurückgreift. Offenbar gibt der Kanton dem Zentrum für Labormedizin, den Spitälern bzw. seinen Ämtern diesbezüglich keine entsprechenden Standards vor», schreibt die FDP weiter.

Das sei umso bedenklicher, als es sich um Dokumente mit Gesundheitsdaten und mit nicht unwesentlicher Rechtskraft handelt (z.B. Einfordern von Erwerbsersatz usw.). «Es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob der Kanton auch in anderen Bereichen so sorglos mit der Sicherheit von Dokumenten, Anordnungen und Verordnungen umgeht», fragt sich die Partei. 

Zu diesen Aussagen soll die St.Galler Regierung in einer Session Stellung beziehen. 

mik