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Wirtschaft
14.01.2021

Gastro-Rettung: jetzt St.Galler Regierung am Zug

Am Mittwoch verkündete der Bundesrat weitere Massnahmen und sprach die langersehnten A-fonds-perdu-Beiträge für Härtefälle aus. Kann die Gastro-Branche nun endlich aufatmen?

Ab Montag befindet sich die Schweiz quasi wieder in einem Shutdown und die Pressekonferenz vom Bundesrat am Mittwoch wirkte wie ein Déjà-vu: Maximal fünf Personen dürfen sich treffen, Home-Office Pflicht, alle Läden für Güter des nicht täglichen Gebrauchs müssen schliessen und auch Restaurants, Kulturbetriebe, Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen bleiben bis mindestens Ende Februar geschlossen.

Schärfere Massnahmen wegen der Mutation

Begründet werden die nun stark verschärften schweizweiten Massnahmen insbesondere mit den neuen hochansteckenden Virusvarianten, die aus Grossbritannien und Südafrika in die Schweiz gelangten. 

Neben den verschärften Massnahmen gab es aber auch positive Nachrichten: Nach langem Warten hat der Bundesrat nämlich auch neue Finanzhilfen beschlossen. Unter anderem gelten Restaurants und andere Betriebe, die seit dem 1. November 2020 insgesamt während mindestens vierzig Kalendertagen behördlich geschlossen werden, neu ohne Nachweis eines Umsatzrückgangs als Härtefall. Sie müssen den Nachweis der Umsatzeinbusse von 40 Prozent nicht mehr erbringen. Die Härtefällen sollen 20 Prozent vom Umsatz erhalten.

St.Galler Regierung ist am Zug

«Mit der Anpassung der Härtefallregelung und der A-fonds-perdu-Beiträge sehe ich etwas Licht am Horizont. Nun muss das Gastrogewerbe nicht mehr den Nachweis erbringen, dass es ein Härtefall ist. Wir hingen lange in der Luft. Jetzt haben wir eine Perspektive», sagt der St.Galler Gastro-Präsident Walter Tobler zum «St.Galler Tagblatt». Nun sei aber der Kanton an der Reihe, damit die Gelder auch möglichst schnell fliessen. Viele Betriebe können sich nicht mehr lange über Wasser halten. 

Kritik gab es für die Schliessung der Geschäfte: Regierungsrat Beat Tinner hätte lieber darauf verzichtet, wie er in einem Interview zugibt. Denn mit dieser Massnahme gehe der Bundesrat weiter, als die St.Galler Regierung gedacht hätte. Die IHK St.Gallen-Appenzell fordert von den Behörden eine konsistente, klare und überzeugende Kommunikation. Die nun beschlossenen Verschärfungen seien in ihrem inhaltlichen und insbesondere zeitlichen Umfang ein Schock für einen bedeutenden Teil der Wirtschaft.

«Folgerichtig hätte der Bundesrat eine Ausweitung der Härtefallhilfen beschlossen. Damit schafft er Klarheit für die besonders stark und unverschuldet betroffenen Unternehmen. Diese Massnahmen sollen nun rasch und schweizweit einheitlich angewandt werden», so die IHK St.Gallen-Appenzell.

mik