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Kanton SG
25.12.2020

Verwirrung um Lernplätze an der HSG

An der Uni St.Gallen lernen bis zu 220 Studenten pro Tag in der Bibliothek. In anderen Bibliotheken ist dies nicht mehr erlaubt. Das sorgt für Verwirrung.

Ein Leser von stgallen24 staunte nicht schlecht, als er vor dem Eingang der Bibliothek der Universität St.Gallen stand und beobachtete, wie sich dort viele Studenten tummelten. Denn am 18. Dezember verkündete der Bundesrat, dass Kultur- und Freizeiteinrichtungen – dazu gehören auch Bibliotheken – ab dem 22. Dezember schliessen müssen. Weil es zu Unklarheiten kam, präzisierte der St.Galler Stadtrat  die Corona-Massnahmen bezüglich Schliessung der Bibliotheken.

So gilt nun: Die Ausleihe und Rückgabe von Bibliotheksmedien ist gemäss Präzisierung der neuen bundesrätlichen Verordnung unter Beachtung von Schutzkonzepten weiterhin möglich. Geschlossen sind lediglich die Lesesäle, Arbeitsplätze und Cafeterias. Der Kanton hat deshalb entschieden, die Bibliothek Hauptpost im Rahmen der Vorgaben zu öffnen. Auch die Stadtbibliothek Hauptpost und die Stadtbibliothek Katharinen werden weiterhin und ausschliesslich für Ausleihe und Rückgabe von Medien geöffnet sein.

Bis zu 220 Studenten am Tag

Leseorte und Arbeitsplätze in den Bibliotheken sind also nicht erlaubt und das, obwohl gerade im Januar für die meisten Studenten eine intensive Lernphase ansteht. Die Bibliotheken sind in normalen Jahren bis zum letzten Platz besetzt. Weshalb gilt diese Regelung aber nicht für die Uni St.Gallen? 

Auf Anfrage bei Edeltraud Haas, Leiterin der HSG-Bibliothek, heisst es: «Die Bibliothek der Universität zählt nicht zu den Kulturbetrieben, sondern als Universitätsbibliothek der HSG zu den Bildungsstätten. Deshalb darf aktuell noch bei uns gelernt werden.» Dieses Angebot wird auch rege genutzt: In den vergangenen Wochen hätten bis zu 220 Studenten die Lernplätze genutzt. «Wir haben das Angebot stark eingeschränkt. Normalerweise stehen bis zu 550 Plätze zur Verfügung. Aber mit dem reduzierten Angebot können wir sicherstellen, dass der Abstand eingehalten werden kann. Ausserdem zählt die Maskenpflicht auch beim Lernen», so Haas.

Auch für die Öffentlichkeit zugänglich

Die Bibliothek der HSG steht aber nicht nur den Studenten zur Verfügung, auch die Öffentlichkeit hat uneingeschränkten Zugang und könnte theoretisch einen Lernplatz beanspruchen: «Aufgrund unserer Location ist dies aber selten der Fall und die Lernplätze werden zu neunzig Prozent von unseren Studenten genutzt.»

Obwohl man an der Uni St.Gallen dazu appelliert, wenn möglich von zu Hause aus zu lernen, gibt es viele Studenten die lieber in der Bibliothek sind – trotz Corona: «Es gibt Studenten, die haben nicht die optimalen Verhältnisse um in Ruhe zu lernen. Besonders jetzt, wo fast immer der gesamte Haushalt zu Hause ist, kann es eine grosse Erleichterung sein, wenn sie die Bibliothek noch nutzen können», sagt die Bibliotheksleiterin.

Das Schutzkonzept wurde laut der HSG trotz geöffneter Bibliothek und Lernbereich stets eingehalten und man beobachte die Situation ständig. 

 

mik