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Wirtschaft
21.12.2020
21.12.2020 15:42 Uhr

Macht Lukas Reimann auf Panik?

Der St.Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann
Der St.Galler Nationalrat Lukas Reimann fordert mit einer Petition den Bundesrat dazu auf, alle Grenzen wegen der neuen Corona-Mutation zu schliessen.

Eine Mutation des Coronavirus aus Grossbritannien und Südafrika beunruhigt aktuell auch die Schweiz. Der Bundesrat hat am Montag reagiert und Einreisen aus Grossbritannien und Südafrika in die Schweiz verboten. Ausserdem muss jeder, der seit dem 14. Dezember aus den beiden Ländern in die Schweiz gereist ist, rückwirkend zehn Tage in Quarantäne.

«Gegen Impfung resistent»

Doch das reicht dem SVP-Nationalrat Lukas Reimann nicht: Er fordert in einer Petition den Bundesrat dazu auf, die Schweizer Grenzen sofort dicht zu machen. «Ein Lockdown kann beliebig oft wiederholt werden. Ohne Corona-sichere Grenzen nützt er wenig und wird wieder verpuffen. Insbesondere jetzt, wo sich im Ausland neuere, 70 Prozent ansteckendere und teilweise gegen Impfungen resistente Viren-Mutationen verbreiten, gibt es darauf nur eine Antwort: Macht sofort die Grenzen Corona-dicht», schreibt der St.Galler Politiker.

Neuseeland und Taiwan als Beispiel

Gemäss Reimann hätten alle Staaten, die Corona unter Kontrolle bekommen haben, eine Einreise für alle einresenden Personen mit einer verpflichtenden, kontrollierten zehntägigen Quarantäne mit der frühesten Beendigungsmöglichkeit am fünften Tag durch einen PCR- oder Antigen-Test möglich.

«Wenn der Bundesrat diese Massnahme nicht umgehend einsetzen wird, werden wir dies einerseits mit vielen weiteren Menschenleben bezahlen und andererseits wird die Wirtschaft sich nicht erholen können. In Neuseeland oder Taiwan – welche ein entsprechendes Einreiseregime haben – gab es seit 6 Monaten keinen Todesfall mehr und die Wirtschaft ist bereits wieder kräftig am wachsen», appelliert der Nationalrat. 

«Panikmacherei»

Während die Petition vor allem bei Parteianhängern gut ankommt, gibt es aber auch viel Kritik: So wird dem St.Galler Politiker auf Social Media «Panikmacherei» vorgeworfen. Der Grund dafür ist, dass über die neue Mutation noch gar nicht so viel bekannt sei und Reimann die Situation nur für «SVP-Bedürfnisse» ausnützen würde.

Vermutet wird bis zum heutigen Zeitpunkt, dass sich die neue Virusform zwar schneller ausbreiten kann, aber nicht zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Dass es eine 70-prozentige höhere Ansteckungsquote gibt, wurde von Labor-Experimenten nicht bestätigt und sei eher ein Schätzwert, wie der deutsche Starvirologe Christian Drosten gegenüber dem «Deutschlandfunk» sagte. Er möchte die Situation zwar nicht verharmlosen, aber auch noch auf eine sicherere Informationslage abwarten. Auch die britischen Wissenschaftler hätten betont, man müsse noch diese Woche abwarten, bis vorläufige Datenanalysen abgeschlossen seien. 

mik