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Kanton SG
14.12.2020

Neue Massnahmen erst am Freitag – was ist geplant?

Gesundheitsminister Alain Berset: «Wir wollen einen Lockdown sowie Hausarrest, wie das in andern Ländern der Fall ist, weiterhin unbedingt vermeiden.»
Laut Alain Berset diskutiert der Bund derzeit mit den Kantonen einen "Eskalationsmechanismus" während der Festtage. Massnahmen sollen nach einem bestimmten Schlüssel verschärft oder wieder gelockert werden.

Die wichtigsten Infos von der Pressekonferenz vom Montagnachmittag.

Kern-Aussagen von Alain Berset

  • Der Bundesrat wird erst am Freitag 18. Dezember über weitere Massnahmen informieren
  • Die Folgen der Massnahmen vom letzten Freitag 11. Dezember würden eine Woche später allerdings noch nicht greifen
  • Man will einen Lockdown sowie Hausarrest, wie das in andern Ländern der Fall ist, weiterhin unbedingt vermeiden
  • Das Welschland, mit zurzeit tiefen Zahlen, habe vorgelebt, welche Massnahmen helfen (Restaurantschliessungen etc.)
  • Es werde keine Beizenschliessung um z.B. 17 Uhr geben, wenn überhaupt, dann würden die Restaurants ganz geschlossen
  • In den Skigebieten wurden die Bedingungen klar festgehalten, alles weitere gehöre nach wie vor in die Kompetenz der Kantone. Darum schliesse der Bundesrat zurzeit keine Skigebiete. In der freien Luft sei es nicht so gefährlich!
  • Die Situation für das Personal in Spitälern sei extrem anspruchsvoll, es gehe nicht nur um Kapazitäten von Betten, sondern allgemein um die Belastung des Personals
  • Man will verhindern, dass es während den Festtagen zu einer noch grösseren personellen Belastung in den Spitälern komme
  • Erst 3/4 der Betten seien belegt. Es gehe aber nicht mehr um die Anzahl Beatmungsgeräte, sondern vielmehr um die Anzahl Fachleute, welche diese auch bedienen können

"Eine neue Vernehmlassung ist im Gang", sagte Berset am Montag vor den Bundeshausmedien. Zuvor hatte sich der Gesundheitsminister mit der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) ausgetauscht.

"Wir probieren, generelle Regeln zu etablieren für die Festtage", sagte Berset. Ziel des neuen Mechanismus müsse es sein, die Fallzahlen drastisch zu senken. Gefragt sei eine Reproduktionszahl von unter 0,8. Das hiesse, dass sich die Fallzahlen innert zwei Wochen halbieren würden.

Als zentrales Kriterium sollen die Kapazitäten in den Spitälern berücksichtigt werden. "Es braucht insbesondere genügend Personal, Betten alleine reichen nicht." Die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegenden seien am Anschlag und "müde". Die Fallzahlen steigen laut Berset in praktisch allen Regionen in der Schweiz, im Grossraum Zürich um etwa 15 Prozent.

"Wir sind wie der Bund der Auffassung, dass die aktuellen Massnahmen nicht ausreichen", sagte Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). Man sei der Auffassung, dass noch weitere Schritte brauche - hin zu einer entschlosseneren Pandemie-Bekämpfung, so Engelberger.

Impfstrategie soll festgelegt werden

Berset sprach mit den Kantonen auch über die bevorstehenden Impfungen. Mit den gesicherten Impfstoffen können rund sieben Millionen Menschen geimpft werden, da es jeweils zwei Impfdosen braucht.

Es gehe jetzt darum, eine Impfstrategie festzulegen, sagte Bundesrat Alain Berset am Montag vor den Medien in Bern. Die Prozesse seien in Gange, Swissmedic kümmere sich um die Zulassung der Impfstoffe.

Mit den Kantonen sei das Vorgehen betreffend Verteilung, Transport und Lagerung besprochen worden. Die Kantone seien dafür zuständig, die Impfstoffe bereit zu stellen und zu verteilen. Der Bund seinerseits kümmere sich um alles was nötig ist, bis die Impfstoffe in der Schweiz ankommen.

Der Rest obliege den Kantonen. "Sie müssen alles machen, damit sie bereit sind und die Impfung in der Bevölkerung vornehmen können, sobald sie geliefert werden", sagte Berset. Das dürfte in wenigen Wochen so weit sein. Die Kantone sollten Anfang Jahr alle bereit sein. Diese Arbeiten müssten parallel zu den Arbeiten von Swissmedic erfolgen.

Die Kosten für die Impfung werden vom Bund übernommen.

Uzwil24/SDA