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Bildung
18.11.2020
18.11.2020 16:51 Uhr

Schülerzahlen wachsen über Erwarten

(Foto: Bildform Henau / Peter Dotzauer)
Die Schule Uzwil geht bis 2024 von einem beträchtlichen Zuwachs der Schülerzahlen aus. Prognosen, die von stabilen bis höchstens leicht steigenden Zahlen ausgingen, lagen daneben.

1‘540 Schülerinnen und Schüler zählen die Uzwiler Schulen heute. 1‘656 dürften es im Sommer 2024 sein. Dazwischen liegen viele Hausaufgaben für die Schulraumplanung.

Realität überholt Prognose

Ein Rückblick: 2016 aktualisierte die Schule ihre Schülerprognosen. Das Datenmaterial lieferte eine externe Studie. Sie modellierte verschiedene Szenarien. Im höchsten der Szenarien wurde ein stabiler bis leicht steigender Trend bei den Schülerzahlen prognostiziert. Die Realität hat die Studie überholt. Das aktuelle Wachstum liegt deutlich darüber. «Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.» Einmal mehr bestätigte sich das schöne Zitat. 

Grössere Jahrgänge

Die Zahlen der bis 4-jährigen Kinder in der Gemeinde Uzwil zeigen: Die Schule muss von einem beträchtlichen Zuwachs der Schülerzahlen ausgehen. Die aktuelle Planung zeigt klar grössere Jahrgänge. Spitzenreiter dabei könnte der voraussichtliche Eintrittsjahrgang im Sommer 2024 mit 187 Kindergartenkinder werden. Im Vergleich dazu: Aktuell liegt die durchschnittliche Jahrgangsgrösse bei rund 145 Kindern, vor vier Jahren waren es noch 135. Ein einmaliger Ausreisser nach oben? Nein. Die Vierjahresplanung zeigt einen kontinuierlichen Anstieg im Total der Schülerzahlen von 2021 bis 2024. Die Etappen: 1‘586, 1‘601, 1‘614 und schliesslich im August 2024 1‘656 Schülerinnen und Schüler.

Keine Normalverteilung

116 zusätzliche Schüler, das mag bei insgesamt etwas über 80 Schulklassen nicht nach sehr viel klingen. Das wären dann rund 1.5 Kinder pro Klasse mehr. Diese Betrachtungsweise greift jedoch zu kurz. Die Zunahme betrifft vor allem die jungen Jahrgänge. Sind es heute genau 304 Kinder in den beiden Kindergartenjahren, werden im Sommer 2024 über 340 Kinder erwartet. Im Vergleich dazu waren es vor vier Jahren noch 270 Kinder. Und diese erwartet grossen Jahrgänge werden zusätzliche Klassen auslösen. Zusätzliche Klassen, die sich dann voraussichtlich durch alle Schuljahre durchziehen werden.

Zusätzliche Variablen

Schule hat viel mit spannender Mathematik zu tun. Anspruchsvoll – auch in der Mathematik – wird es mit zusätzlichen Variablen. Das ist auch bei der Schülerentwicklung so. Überdurchschnittliche Entwicklungen der Schülerzahlen in den nächsten Jahren aufgrund der Bautätigkeit sind möglich, vielleicht auch zu erwarten. Diese Effekte sind in den erneuerten Prognosen aber noch nicht berücksichtigt. Mit ein Grund, an der Planung sehr nahe dran zu bleiben.

Lange Pause

In den 1970er und 1980er Jahren entstanden die letzten komplett neuen Schulanlagen in der Gemeinde. Die letzte spürbare Schulraum-Erweiterung in der Gemeinde liegt schon Jahre zurück. Ende der 1990er-Jahre wurde die Uzeschuel aufgestockt.

Schulraum schon jetzt knapp

Seit einigen Jahren ist Schulraum ist in Uzwil wieder ein rares Gut. Deshalb wurde das Projekt für die Erweiterung der Schulanlage Herrenhof auf die Reise geschickt. Die Schulen sind kreativ, um trotz hoher Schülerzahlen über die Runden zu kommen. Das ist auch erforderlich, weil kurzfristige Spitzen immer wieder vorkommen. Und hat Grenzen. Die erneuerten Zahlen unterstreichen, wie wichtig und richtig der Schritt hin zu mehr Schulraum im Herrenhof ist. Und die erneuerten Zahlen zeigen vor allem auch: Um die steigenden Schülerzahlen zu bewältigen, wird es nochmals zusätzliche Provisorien brauchen. Die Gemeinde ist gefordert.

Angepasste Prognosen

Wie viele Kinder erwarten Uzwils Schulen? Die Übersicht der Jahre 2016 bis 2024 zeigt ROT die aktuellen Annahmen. Die anderen Linien entsprechen den unterschiedlichen Szenarien, welche die Schulraumplanung 2016 erwarten liess.

Gemeinde Uzwil