Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Sport Regional
30.06.2022
30.06.2022 11:40 Uhr

Die Rundbahn in der Rüti soll wieder in Form kommen

Und wieder hat sich der Belag an einer Stelle gelöst und es tut sich ein Riss auf. Domenic Stillhart, Leiter der Rasensportanlagen, begutachtet den Schaden. Bild: Gemeinde Uzwil
Seit Jahren schiebt die Gemeinde die Sanierung der Rundbahn in der Rüti vor sich hin. Im 2023 nun soll sie erfolgen. Die Vorbereitungen laufen, um sie ins Budget aufzunehmen.

1984 war in der Uzwiler Sport- und Freizeitanlagen-Landschaft ein denkwürdiges Jahr. Das Schwimmbad wurde renoviert, das vorher offene Eisfeld durch die Arbeitgebervereinigung Uzwil und Umgebung überdacht, die Uzehalle entstand. Und nach zweijähriger Bauzeit wurde die Sportanlage Rüti eingeweiht. Die Arbeitgebervereinigung leistete damals einen Beitrag von 1 Mio. Franken, die Firma Bühler schenkte der Gemeinde 5'000 Quadratmeter Land.

Entwicklungsschritte

Die Rüti hat sich seither stark weiterentwickelt. 2005 wurde der Sandplatz in einen Kunstrasenplatz umgebaut, 2010 entstand das neue Garderobengebäude. 2017 konnten der neue Kunstrasen und die beiden Hybrid-Rasenspielfelder in Betrieb genommen werden. Letztes Jahr schliesslich wurde das alte Garderobengebäude energetisch ertüchtigt und im Areal baute der Schwingclub seine neue Schwinghalle. Unangetastet blieben in all den Jahren die rote Rundbahn und das Hauptspielfeld im Auge der Bahn.

Rundbahn längst am Ende

Die 400-Meter-Rundbahn wird vom Breiten- und Schulsport intensiv genutzt. Sie hat ihren Zenit längst überschritten. Im Finanzplan der Gemeinde tauchte ihre Erneuerung erstmals vor mehr als 15 Jahren auf. Anderes war regelmässig wichtiger. Jahr um Jahr wurde die Sanierung verschoben. Das bedeutete auch: Immer wieder taten und tun sich Risse und Löcher in der Rundbahn auf. In der sommerlichen Hitze entstehen sicht- und spürbare Blasen im roten Belag, er löst sich vom Untergrund ab. Entsprechend stieg der Unterhaltsaufwand stark an, um Stolperfallen und Verletzungsrisiken für die Sportlerinnen und Sportler einigermassen im Griff zu haben. Domenic Stillhart: «Die Belagsflicke halten jeweils wenige Monate bis höchstens zwei Jahre, dann müssen wir wieder dahinter.» Abhilfe schafft nur, die Rundbahn nach bald 40 Jahren Betrieb endlich zu erneuern. Die Vorbereitungsarbeiten dafür laufen, die Sanierung wird voraussichtlich Teil des Budgets 2023 sein. Für die Sanierungsarbeiten wird die Rundbahn einige Monate nicht zur Verfügung stehen. Auch das Hauptspielfeld nicht, welches von der Rundbahn umschlossen ist.

Hauptspielfeld

Sportrasen sind Diven. Nur dank intensiver Pflege ertragen sie die Beanspruchungen durch Sportlerinnen und Sportler. Mähen, düngen, belüften, sanden, bewässern: Die Liste der Arbeiten ist lang, damit sie Grundlage für den Sport sein können. Besonders jetzt im Sommer rückt regelmässig in die öffentliche Aufmerksamkeit, dass Sportrasen bewässert werden müssen, sonst sterben sie ab. Gleichzeitig führen Hitzesommer auch im Wasserschloss Schweiz zu Situationen, in denen Wasser ein noch wertvolleres Gut wird. Ziel des Sportanlagenbetriebes muss deshalb sein, so wenig Wasser wie möglich einzusetzen. Natürlich: Kunstrasenfelder, wie sie auch die Rüti kennt, helfen dabei. Trotzdem: Alle Natur-Sportrasen sind durstige Gesellen. Im letzten Ausbauschritt der Rüti wurde darauf reagiert. Die neuen Hybrid-Rasenfelder haben eine integrierte Bewässerung. Sie lässt sich steuern, Personal muss nachts nicht auf die Anlage, um zu wässern. Und diese Art von Bewässerung braucht weniger Wasser, ein zunehmend grosser Vorteil. Vorleistungen wurden bereits umgesetzt, um dereinst auch eine neue Bewässerung des Hauptspielfeldes im System zu ergänzen.

Outdoor-Gym Anlage

Meist wird nachts gewässert, damit möglichst wenig Wasser gleich wieder verdunstet. Das Hauptspielfeld wird seit jeher aufwändig mit Schläuchen bewässert. Dafür muss Personal teilweise vor Ort sein, der betriebliche Aufwand ist hoch. Kommt dazu: Die oberste Bodenschicht des bald 40-jährige Hauptspielfeldes hat sich durch die jahrelange Nutzung teils verdichtet. Das hemmt das Wurzelwachstum und führt dazu, dass der Pflegeaufwand ebenso steigt wie der Wasserbedarf, weil das weniger ausgeprägte Wurzelwerk des Rasens weniger Wasser aufnehmen kann. Gleichzeitig mit der Erneuerung der Rundbahn soll deshalb auch die oberste Schicht des Hauptspielfeldes – sechs bis acht Zentimeter – erneuert werden und das Hauptspielfeld soll eine eingebaute Bewässerung erhalten. Die Arbeiten können im Zeitfenster erfolgen, wenn der Rasen wegen der Rundbahnsanierung ohnehin nicht genutzt werden kann. Und schliesslich soll im Rahmen der Erneuerungen im Areal auch eine Anlage für Outdoor-Gym entstehen. Ein Vorhaben, welches der Jugendgemeinderat bearbeitet und bei der Gemeinde zur Umsetzung deponiert hat.

Gemeinde Uzwil / uzwil24.ch