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Kultur
16.05.2022
18.05.2022 14:10 Uhr

Verborgene Kunstschaffende im verdienten Rampenlicht

Die neun Kunstschaffenden der Niederbürer Ausstellung: Bernadette Ackermann, Hilda Werz, Helen Wagner, Roland Meier (vordere Reihe), Brigitte Werz, Guido Düring, Patrick Stricker (mittlere Reihe), Michi Eisenegger und Alois Forster (hintere Reihe.) Bild: Ernst Iauen
In Niederbüren kreieren Kunstschaffende in unterschiedlichsten Bereichen Werke, die sie selten oder nie in der Öffentlichkeit präsentieren können. In einer gemeinsamen Ausstellung zeigten neun von ihnen Exponate, welche einen starken Eindruck von verborgener, vielfältiger Kunst in der kleinen Landgemeinde hinterliessen.

Die Idee, mit einer speziellen Ausstellung talentierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Gelegenheit zu geben, ihr zumeist verborgenes Kunstschaffen der Öffentlichkeit zu zeigen, kam von Guido Düring, selber ein leidenschaftlicher Maler. Zusammen mit Richard Holenstein, der sich mit viel Herzblut für die Kultur und die Dorfgemeinschaft von Niederbüren einsetzt, wurde ein Grobkonzept vorbereitet. Für sie war klar, dass ausschliesslich nur Niederbürer Kunstschaffende in Frage kommen und aufgrund der Platzverhältnisse im Gemeindesaal die Zahl der Ausstellenden auf maximal zehn Teilnehmende beschränkt werden musste. Die beiden Initianten erledigten hauptsächlich die Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten. Schliesslich konnten sie zehn Freizeit-Kunstschaffende für ein Mitmachen überzeugen. Die Ausstellenden sind in einer  Altersspanne von 17- jährig bis ins Rentenalter und gestalteten ihre Präsentierplätze nach ihren eigenen Vorstellungen. „Wir wollen zeigen, dass auch in einer kleinen Landgemeinde vielfältige Kunst durchaus ein Thema sein kann. Eine gemeinsame Ausstellung soll das Interesse in der breiten Bevölkerung von Niederbüren und Umgebung wecken. Die Freude an einem künstlerischen Hobby soll mit dieser Ausstellung vielen, vor allem auch Jugendlichen ein Ansporn für eine sinnvolle und beglückende Freizeitbeschäftigungen sein“, drückte Richard Holenstein seine Erwartungen aus.

Eugen Wagner und Initiant Richi Holenstein sangen beim Niederbürerlied kräftig mit. Bild: Ernst Inauen

Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet eröffnete die Ausstellung

Die Vernissage am Samstagvormittag, 14. Mai 2022, wurde mit einer herzlichen Ansprache der Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet eröffnet. Ihr grosser Dank galt vor allem den beiden Initianten Guido Düring und Richard Holenstein sowie allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern für ihren Mut, mit ihren grossartigen Kunstwerken an die Öffentlichkeit zu treten. Mit dem Ausstellen der vielfältigen Kunstwerke würden die Besuchenden die Möglichkeit haben, sich inspirieren zu lassen. „Kunst ist eine Form des kreativen Ausdrucks, sie zeigt Erfahrungen und bewirkt Emotionen. Kunst schenkt uns Freude und bereichert unser Leben“, führte die Gemeindepräsidentin weiter aus. Nach dieser von einem Bläser-Duo umrahmten Einleitung konnten die Besucherinnen und Besucher die vielfältigen Werke aus verschiedenen Materialien und Techniken bestaunen. Das Interesse bei der Bevölkerung, aber auch bei auswärtigen Gästen war sowohl am Samstag wie auch am Sonntag gross, kamen doch jeweils rund 200 Personen in den Ausstellungssaal.

 

Gemeindepräsidentin Caroline Bartholet eröffnete die Vernissage mit einer herzlichen Ansprache. Bild: Ernst Inauen

Kunst in ihrer Vielfalt präsentiert

Der ideenreiche, pensionierte Initiant Guido Düring interessierte sich schon in der Jugend für das Malen. In seinem eigenen Malatelier kreierte er schon über 40 Bilder und experimentiert mit verschiedenen Techniken, so auch mit Quarzsand, den er mit Farbe vermengt, aufträgt und damit eine dreidimensionale Wirkung erzielt. Er befasst sich sowohl mit der Landschaftsmalerei wie auch mehrheitlich mit abstrakten Gemälden. Der jüngste Aussteller Michi Eisenegger bewies Mut bei der Zusage und zeigt einen Querschnitt seines künstlerischen Zeichnungs- und Gestaltungstalents. Auch er probiert gerne neue Fertigungsmöglichkeiten aus. Witzige Betonskulpturen stehen auf dem Stand von Alois Forster. Silvia Leuzinger musste wegen Krankheit kurzfristig absagen. Ein Flair für Holz begleitet Roland Meier schon sein ganzes Leben. Der gelernte Zimmermann sammelt einheimisches Abfallholz und fertigt daraus interessante  Schalen, Kugeln und andere gedrechselte Gegenstände

Mitinitiant Guido Düring gestaltet abstrakte Bilder mit einer Quarzsandtechnik. Bild: Ernst Inauen
Alois Forster fertigt witzige Betonskulpturen an. Bild: Ernst Inauen
Patrick Stricker beschäftigt sich mit grosser Leidenschaft mit Tier- und Landschaftsfotografie. / Der 17-jährige Michi Eisenegger zeichnet und malt seit früher Jugend bewundernswerte Bilder. Bild: Ernst Inauen

Auf Fotosafari in Island und Norwegen

Als talentierter Fotograf hat Patrick Stricker ein gutes Auge für beachtenswerte Details. Nach eigenen Angaben liegt er manchmal stundenlang im Wald getarnt auf der Lauer, bis er Bilder von Wildtieren in seine Kamera bekommt. Der reisefreudige Fotograf sei schon mehrmals in Island und Norwegen auf Fotosafari gewesen, erzählte Stricker und dokumentiert seine Begeisterung für die nordischen Länder mit herrlichen Aufnahmen. Mit der Aquarellmalerei befasst sich Helen Wagner. Sie habe in verschiedenen Kursen viel gelernt und Freude am Malen bekommen. Brigitte Werz ist in der Region bekannt als ausgezeichnete Töpferin, die aus Ton Kunstwerke herstellt und dieses  Kunsthandwerk auch in regelmässigen Kursen weitervermittelt. Eine heute seltene Handwerkstechnik ist das Klöppeln, das Hilda Werz mit Freude und Geduld ausübt. Es brauche viel Zeit, Geduld und Fingerfertigkeit, um Zierspitzen und gar Bilder zu klöppeln, gesteht Hilda Werz. So habe sie für ein Seidenbild gegen 400 Stunden aufgewendet. Am Sonntagmittag unterhielt ein Bläserquintett der Musikgesellschaft Niederbüren die Besuchenden mit rassiger Musik. Die Festwirtschaft bot an beiden Tagen die gut benutzte Möglichkeit für das Konsumieren von Speis und Trank. 

 

Die Töpferin Brigitte Werz ist bereits seit vielen Ausstellungen eine bekannte Niederbürer Künstlerin. Bild: Ernst Inauen
Hilda Werz beschäftigt sich mit viel Energie mit zeitaufwendigen Klöppelarbeiten. Bild: Ernst Inauen
Die ehemalige Gemeinderätin Bernadette Ackermann malt schon seit Jahren Aquarellbilder. Sie besucht auch regelmässig eine Künstlergruppe und hat ihre Maltechnik so verfeinert, dass aussagekräftige und wunderschöne Bilder von Häusern, Schlösser und Tieren entstanden sind. Bild: zVg.
Helen Wagner begann vor etwa 20 Jahren mit der Aquarellmalerei. / Roland Meier kreiert aus einheimschem Holz spezielle Schalen, Töpfe und Hohlkörper. Bild: Ernst Inauen
Eine Formation der Musikgesellschaft Niederbüren unterhielt am Sonntagmittag mit Blasmusik. Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen