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Uzwil
15.05.2022
16.05.2022 09:25 Uhr

Zwei Drittel für eine regionale ARA in Uzwil

Am 15. Mai 2022 stimmt die Standortgemeinde Uzwil ab. Bild: Ara Thurau
Mit 1878 zu 974 hat die Uzwiler Bevölkerung am 15. Mai 2022 der regionalen ARA Thurau und damit einem Kredit von 36,82 Mio CHF an der Urne zugestimmt. Die Stimmbeteiligung betrug 36,9 %.

Wie weiter?

Als nächstes folgt die Beratung des Geschäfts im Parlament der Stadt Wil auf derselben Grundlage. Und Ende November werden dann die Stadt Wil und die Gemeinden Jonschwil und Zuzwil ihrerseits über das Vorhaben abstimmen. Bis dahin ruhen die Arbeiten am ARA-Projekt.

Gemeinderat Uzwil:

Im Gegensatz zu Spitälern, Kantons-, Fachhoch- oder Berufsschulen sind Abwasserreinigungsanlagen weniger beliebt. Sie haben generell nicht gerade ein positives Image. Dass die Abstimmung über eine neue regionale ARA in Uzwil dennoch eine satte 2/3-Mehrheit erreichte, ist aus Sicht des Gemeinderats im Ergebnis positiv zu bewerten. Es ist ein Statement für die Bedeutung des Gewässer- und Trinkwasserschutzes. Die neue ARA Thurau wird Kapazitäten für 110 000 Einwohnergleichwerte (Anzahl Einwohner plus Abwasser von Industrie und Gewerbe) haben und damit den Bedarf der Region sicher bis ins Jahr 2050 abdecken. Die Anlage wird eine hervorragende Reinigungsleistung haben und auch Mikroverunreinigungen wirksam eliminieren. Sie wird in Sachen Energie auf dem neusten Stand der Technik gebaut und auch betriebswirtschaftliche Vorteile bringen.

Die 974 Gegenstimmen zeigen, dass in Uzwil ohne die harten Verhandlungen über Punkte wie den Immissionsschutz, die sorgfältige Einbettung der Anlage an der Autobahn, den Standortbeitrag und den Verkauf des Grundstücks keine Mehrheit zu erreichen gewesen wäre. Die doch erhebliche Skepsis in der Uzwiler Bevölkerung wird in der weiteren Bearbeitung des Projekts berücksichtigt werden müssen. Das Baubewilligungsverfahren wird in Uzwil ein nächster wichtiger Prüfstein sein.

Wichtige Nebenpunkte

Es ist anzunehmen, dass eine Zahl von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern die Abstimmung über die regionale ARA mit Themen verknüpften, die in Niederuzwil latent im Raum stehen. Das sind die weiträumigen Geruchsbelästigungen, die von Akteuren wie von der Trocknungs- und der Kompostieranlage, der Gewürzmühle sowie einem grossen Milchverarbeiter ausgehen. Auch die stete Zunahme des Verkehrs und damit einhergehend auch der Lärm stossen sauer auf. Die Verkehrsthematik ist ohnehin auf dem Radar des Gemeinderats. Namentlich für die Marktstrasse wird an kurz- und mittelfristigen Lösungen gearbeitet. Ob und wie die Verkehrserschliessung des ganzen Gewerbe- und Industriegebiets Grueben neu konzipiert werden kann, ist Gegenstand eines zweiten Projekts.

Gemeinde Uzwil / Kommunikation